Kunstquartier Bethanien, Studio 1

Samstag 13.11., 12.30 Uhr

Tafelmusik – Musik und Imbiss zur Mittagszeit

Ensemble JungeMusik Berlin mit Musik und Imbiss aus Griechenland und der Türkei

  • Emre Dündar
  • Burcu Durukan (UA)
  • Iannis Xenakis
  • Ilias Rachaniotis
© André Fischer
© André Fischer

Programm

  • Emre Dündar
    La Llorona(2017)
    für Flöte solo
  • Burcu Durukan
    Clarino LipariUA(2021)
    für Klarinette und Klavier
  • Iannis Xenakis
    Mikka(1971)
    für Violine solo
  • Griechischer und türkischer Mittagsimbiss
  • Ilias Rachaniotis
    IntermedioBE(2014)
    für Klarinette, Violoncello und Akkordeon

Ensemble JungeMusik Berlin

Erik Drescher – Flöte | Matthias Badczong – Klarinette | Susanne Zapf – Violine | Isabelle Klemt – Violoncello | Christine Paté – Akkordeon | Nadezda Tseluykina – Klavier
Leitung: Helmut Zapf


Die Welt bittet zu Tisch! Klangvolles und Schmackhaftes zur Mittagszeit aus Griechenland und der Türkei. Die Tafelmusik bietet Gelegenheit, mit den anwesenden Künstler:innen ins Gespräch zu kommen.

Emre Dündar (*1972), Komponist, Pianist und Improvisator aus Istanbul, lebt zurzeit als Fellow des Berliner Künstlerprogramm des DAAD in Berlin. Dündars Musik bezieht sich stark auf Sprache und den Begriff der „Erzählung“ und konzentriert sich insbesondere auf alte rhetorische Traditionen. Unterschiedliche Formen des Erzählbegriffs auf seinem Weg durch die Geschichte und den verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten des Aktes „Erzählen“, Poesie und ihre formalen Probleme finden unmittelbar Eingang in die Musiksprache des Komponisten und stellen die Ausdruckszusammenhänge seiner Werke her.

Der Titel von Emre Dündars Stück La Llorona für Flöte solo bezieht sich auf eine Figur der lateinamerikanischen Folklore. La Llorona („Die Weinende“, „die Wehklagende“) ist die Geschichte von dem Geist einer Frau, die um ihre Kinder weint, die sie zuvor eigenhändig in einem Fluss ertränkt haben soll. Ihr Erscheinen gilt meist als Vorbote für den Tod.

Burcu Durukan studierte Klavier und Komposition in ihrem Heimatland Türkei und in Wien. Heute lebt sie als Pianistin und Komponistin in Istanbul. Über ihr Stück Clarino Lipari, schreibt sie: „Tatsächlich ist das Wort ‚Clarino‘ eine Kombination aus zwei Instrumenten, Klarinette und Klavier, die in diesem Stück verwendet werden. Gleichzeitig hatte ich das deutsche Wort ‚klar‘ im Kopf. ‚Lipari‘ ist ein griechisches Wort, das von ‚Liparos‘ kommt. Es bedeutet die Reifung von Makrelenfischen, von einem jungen Fisch zu einem ausgewachsenen Fisch. Wenn ich diese beiden Wörter zusammenfüge, bedeuteten sie für mich in meiner Kunst: Ein Wesen, das sich durch seine eigenen Bedingungen im Rahmen von Klarheit und Ehrlichkeit ständig weiterentwickelt.“

Iannis Xenakis (1922–2001), in Rumänien als Sohn einer griechischen Familie geboren, in Griechenland aufgewachsen, als Partisan während der Nazi-Besetzung und im anschließenden Bürgerkrieg politisch aktiv, ab 1947 als politischer Flüchtling in Paris lebend, gilt er als der bedeutendste griechische Komponist des 20. Jahrhunderts. Xenakis Musik ist stark von seinem Interesse an mathematischen und akustischen Gesetzmäßigkeiten geprägt. Aus zufälligen (stochastischen) Phänomenen von Regen, einer Menschenmasse oder einem Bienenschwarm entwickelte er ab 1954 einen eigenen Musikstil: die stochastische Musik. 1971 schrieb er Mikka, sein erstes Stück für Violine solo. Mikka ist ein kurzes Werk, das ausschließlich aus einer ständig schwankenden Glissando-Linie besteht.

Den Abschluss macht das Trio Intermedio für Klavier, Violoncello und Akkordeon von Ilias Rachaniotis (*1978). Rachaniotis, in Griechenland geboren und als Musiker ausgebildet, kam zu Kompositionsstudien nach Deutschland, die er bei Helmut Zapf an der Musikschule Kreuzberg begann, später an der Hochschule in Weimar fortsetzte. Heute lebt er als Komponist und Musiklehrer in Thüringen.