Programm
Berk Altan – Tenor | Kateryna Vashchenko – Violine | Nikolaus Schlierf – Viola | Lillia Keyes – Violoncello | Sabrina Ma – Schlagzeug | Leitung: Helmut Zapf
Es kocht für uns: Erik Drescher
Die Musiker:innen des Ensemble JungeMusik Berlin bitten zu Tisch! Klangvolles und Schmackhaftes zur Mittagszeit. Von Montag bis Freitag bieten unsere fünf Mittagskonzerte mit einem abwechslungsreichen Programm Einkehr im hektischen Alltag und Raum, Musik mit anderen Ohren zu hören und mit den Künstler:innen ins Gespräch zu kommen.
Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr die Stimme. Der Tenor Berk Altan führt mit eigens für die Tafelmusik komponierte Miniaturen durch die Woche. Zu hören sind tägliche Tenorsoli von Artur Kroschel, Samuel Tramin, Raphaëlle Aoun, Burcu Durukan, Anton Wittkowski und Johannes K. Hildebrandt. Darüber erwarten Sie Werke von Alexandra Filonenko, Olga Rayeva, Stefan Streich, Georg Katzer, Emre Dündar, Helmut Zapf, Ilgın Ülkü, Sebastian Stier (UA), Uroš Rojko, Sean Schumann, Margarete Huber, Iris ter Schiphorst, Ralf Hoyer, Hermann Keller, Kathrin Denner, Kaspar Querfurth und Bernd Lauber (UA).
Der Flötist des Ensembles, Erik Drescher, kocht Lieblingsgerichte der Komponist:innen.
Artur Kroschel: Appetit (2025)
Appetit für Solo-Tenor ist eine kurze, abstrakte Geschichte. Der erste Teil handelt vom Gefühl des Hungers und Durstes und von der Suche nach einem schönen Ort, um etwas zu essen. Der zweite Satz konzentriert sich auf die Auswahl und Verkostung von Speisen in einer angenehmen Atmosphäre. Der letzte Abschnitt ist ein Festmahl und zeigt die Freude am Essen. Aber wie lange wird dies anhalten? Wann werden die Geschichte und der Appetit wiederkehren?
Artur Kroschel
Olga Rayeva: Shakespeare (2020)
Das Stück für Solobratsche Shakespeare entstand im Jahr 2020 – neben weiteren Solowerken – während der Pandemie, als das Thema der Einsamkeit und der einsamen Stimme eine besondere Präsenz erhielt. Das vieldeutige, geheimnisvolle Timbre der Bratsche ermöglichte es dieser eigenwilligen Miniatur, eine Vielzahl an Bildern des großen Dramatikers – sowohl tragischer als auch komischer Natur – zu verschlüsseln oder gleichsam wie in einem Spiegel zu reflektieren. So spannt sie einen feinen Faden von unserer Gegenwart bis in die Zeit des Protobarock.
Olga Rayeva
Stefan Streich: Kontur Weg (2001-06)
Konturen sind Zeichnungen, die das Innere leer lassen; sie beschreiben lediglich die äußere Gestalt. Weg ist ein offener, unabgeschlossener Prozess und also eigentlich konturuntauglich. Das Wort Weg war aber doch der Impulsgeber und verweist damit auf die Möglichkeit eines Bereiches zwischen tatsächlichem Zustand und seiner Darstellbarkeit, auf Zeit, wie sie wahrscheinlich jeder von den klang-, wort- und bildlosen Momenten kennt, wenn man ganz nah bei sich und an den Dingen ist.
Es könnte das Paradox entstehen, dass man der Musik dieses kurzen Stücks in der Zeit folgt wie einer Erzählung und dies gleichzeitig als unbewegte Energie, als Zustand erlebt.
Stefan Streich