Programm
Coco Lau, Lidia Luciano, Katharina Salden – Sopran | Marie Bieber, Johanna Jäger, Louisa-Marie Möbius – Alt | Kyle Fearon-Wilson, Kota Katsuyama, Elias Riemenschneider – Tenor | Cornelius Uhle, Mykola Piddubnyk, Ferenc Sipos – Bass | Leitung: Olaf Katzer
Lucas Hoge – Einrichtung Videorig der Punkt/Strich-Figur
Leonie Reineke
Mit der Uraufführung der Gesamtfassung von Joe/Hab et swa is ait en für Vokalensemble präsentiert Uwe Rasch ein visionäres musiktheatrales Konzert. Es thematisiert, wie sich die Digitalisierung auf unser Zusammenleben auswirkt. Die zwischen 1998 und 2008 entstandene Komposition nimmt Entwicklungen vorweg, die heute unseren Alltag prägen: die Verlagerung von Erfahrungen in digitale Räume, die Distanz zwischen Handlung und Konsequenz sowie die schleichende Entkörperlichung sozialer Beziehungen.
Das Werk entfaltet ein Geflecht aus Stimmen, Raum und Bewegung. Die ursprünglich für live agierende und nur über Spiegel wahrnehmbare Bewegungsakteure konzipierte Ebene wird in dieser Aufführung als Video realisiert. Dadurch verstärkt sich die Auseinandersetzung mit Simulation, An- und Abwesenheit. Raschs Werk schaut kritisch auf eine Gegenwart, in der digitale Apparaturen unsere Erfahrungsräume zunehmend prägen – und fragt, was dabei mit unserem sensorischen, emotionalen und sozialen Selbst geschieht.
Mit freundlicher Unterstützung von der Karin und Uwe Hollweg Stiftung Bremen.